About Johann Soder

Johann Soder, Geschäftsführer Technik bei der SEW Eurodrive ist unweigerlich mit dem Begriff Industrie 4.0 verbunden. Und während alle anderen davon sprechen, dass die fortschreitende Digitalisierung, die smarte Fabrik Arbeitsplätze vernichtet, sagt Soder: „Unser Ziel ist es, Arbeitsplätze zu sichern.

SEW Eurodrive ist heute mit über 12.000 Mitarbeitenden weltweit an 12 Fertigungs- und 63 Montagestandorten vertreten, das erste Werk im Ausland entstand unweit der Zentrale in Bruchsal im elsässischen Haguenau.
Lasst uns zu unseren Kunden in der Welt gehen!“, zitiert Johann Soder eine der vielen Devisen des Unternehmens.

Johann Soder ist sicherlich einer der Höhepunkte auf dem V. Symposiums Change to Kaizen – Denn Organisationen werden nie besser sein als ihre Mitarbeiter.
Wer Soder erlebt, kann jedoch den Eindruck gewinnen, dass ihm die große Anerkennung, welche er erfährt, fast peinlich ist. Wenn immer möglich ist er noch heute direkt vor Ort, irgendwo an einer Produktionslinie, die der Technikchef als Zelle bezeichnet, mehrere solcher miteinanderverbundene Zellen bezeichnet Soder als „small factory unit“.
Soder beherrscht natürlich sämtliche Begriffe, die heute im Kontext zu Industrie 4.0 genutzt werden, doch hat er seine ganz eigene Sprache und Begrifflichkeit. So sind bei Ihm Produktionsplaner, Wertschöpfungsdirigenten und wenn er, wie auf der NextAct in diesem Februar in Köln, sagt: „Es geht um nichts anderes als Wertschöpfung“, bedeutet dies für ihn, einen Kundenwunsch möglichst schnell und in bester Qualität zu erfüllen.
Deutlich wird dies insbesondere, wenn er beginnt, aus dem Nähkästchen  zu plaudern und dabei auch selbstbewusst zugibt, wie in den 80er Jahren nach einer „schweren Niederlage“ mit CIM (Computer Integrated Manufacturing) die Smart Factory mit Logistikassistenten, Small Factory Units und Lean-Prinzipien unter seiner Leitung entstand.

Fließbänder gehören bei SEW Eurodrive der Vergangenheit an, sie sind, so Soder, zu unflexibel. Die Mitarbeiter seien auf einige wenige Handgriffe beschränkt und bis am Ende das vom Kunden bestellte Teil fertig sei, dauere es mehrere Stunden.

Und so ist es nicht verwunderlich, dass heute die Mitarbeiter in „kleinen Fabriken in der Fabrik“ innerhalb weniger Minuten ein Getriebe montieren – dies im Übrigen weltweit  in allen Werken nach dem gleichen Produktionsabläufen.
In den „kleinen Fabriken“ ist alles angeordnet wie in einem Supermarkt. Die Komponenten liegen in Reichweite in Regalen, das Werkzeug hängt griffbereit in Augenhöhe. „Die Mitarbeiter sollen“, sagt Soder mit einem Augenzwinkern, „um das Produkt tanzen und nicht monoton auf einer Stelle stehen und immer nur dieselben Hangriffe erledigen.
Überhaupt sind ihm „seine“ Mitarbeiter wichtig! Man glaubt ihm, wenn er sagt: „Unser Ziel ist es, Arbeitsplätze zu sichern. Physisch lässt sich die Produktion ganz schnell umstellen, der Mentalitätswandel der Mitarbeiter dauert länger. Unser größter Vorteil ist, dass wir die „Intelligenz des Schwarms“ nutzen.
Und nochmals angesprochen auf die Frage nach der Rolle der Mitarbeitenden antwortet Soder lapidar: „Im Prinzip geht alles – aber ohne den Werker geht nichts!

Sofern Sie Lust verspüren, Johann Soder einmal live zu erleben, dann können Sie dies auf dem V. Symposium Change to Kaizen am 26. + 27. Oktober 2016 im TECHNOSEUM – Landesmuseum für Arbeit und Technik in Mannheim.

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