Der alte Mann aus dem Olivenhain – oder der schnelle Hirsch!

Sie werden sich fragen, was es mit dieser Überschrift auf sich hat, ob das möglicherweise gar eine Abrechnung mit einer ganz bestimmten Person ist? Nun, letzteres ja, also dass es eine ganz bestimmte Person betrifft. Eine Abrechnung wird es auch, aber nicht eine solche, wie Sie es jetzt möglicherweise vermuten.

Diesen alten Mann – ER möge mir diese Bezeichnung verzeihen – habe ich vor ungefähr drei Jahren irgendwo im Netz gefunden, rund ein Jahr später persönlich kennengelernt und dazwischen auch ab und an mit ihm telefoniert. Noch bevor ich dem schnellen Hirsch erstmals persönlich gegenübertrat, empfand ich das, was ich da von ihm gelesen und gehört habe, bisweilen als „böse“, aber ehrlich, ganz sicher hin und wieder skurril, manchmal durchgeknallt und doch so erfahren. Irgendwie erschien mir dieser alte Mann vertraut – nun, ich selbst bin ganz sicher nicht mehr ein Jungbrunnen, aber zumindest nach der alten Zählweise eine Generation jünger – und ich habe mich oft dabei ertappt, dass das, was ich da von ihm gelesenen habe, mich in meinem Hinterzimmer beschäftigt hat, sei es bei der Gartenarbeit oder auf der Autobahn im Stau stehend.
Der alte Mann aus dem Olivenhain hat sicherlich – so glaube ich – nicht viele Freunde im echten Leben, wobei ich viel hier nur als relativ verstanden haben möchte. Nun, jedenfalls höre ich hin und wieder über verschiedene Ecken, dass ER anstrengend sei und das ist dann noch eine nette Formulierung.

Bei uns hier auf der Lean Knowledge Base kommentiert dieser Hirsch auch schon mal Beiträge von Kolleginnen und Kollegen der Beraterszene sehr deutlich mit den Worten „Was für ein Schwachsinn …!“ Dennoch sind diese Kommentare insgesamt nicht die mittlerweile üblichen, verbalen Prügel, sondern sie haben eine solche Tiefe, dass die Autorinnen/Autoren den Schmerz bis teilweise ins Knochenmark spüren müssen. Man muss das nicht mögen, aber auf den zweiten Blick stimmt da ziemlich viel von dem, was der alte Mann da von sich gibt. Eine befreundete Chefredakteurin hat ihn einmal als „père terrible“ (schrecklicher Vater) der Beraterszene beschrieben und was soll ich Ihnen sagen! Diese Google-Übersetzung gefällt mir sehr in Bezug auf ihn und zwar deshalb, weil die meisten in der Beraterszene gerne mit Rezepten unterwegs sind und meinen, das Allheilmittel in den Händen zu halten – ER bringt jedoch klar, sehr klar zum Ausdruck, dass es im Management und in der Führung kein richtig oder falsch gibt und bezeichnet die „Rezeptüberbringer“ dann auch als „simpel-monokausale-denkende Dummköpfe“. Das muss für die Betroffenen schrecklich sein.

Der alte Mann aus dem Olivenhain – und genau so habe ich ihn erlebt – strahlt aber auch Gleichmut aus und man kann diese innere Ruhe in ihm erahnen, wenn er beispielsweise auf Facebook mal wieder eines seiner Olivenhain- oder Mittagstischbilder postet. ER scheint ein sehr ausgeprägtes Gefühl dafür zu haben, wann etwas nicht änderbar ist und rät dann zur Gelassenheit – all das, was sich rückblickend betrachtet Kinder von ihren Vätern gewünscht haben, wenn es mal wieder eng wurde. Übrigens kann man dieses väterliche nicht nur dann bei ihm erkennen, wenn er Bilder seiner Töchter postet oder von ihnen erzählt. Nein, diese Vaterfigur ist auch dann zu erkennen, wenn man dem alten Mann aus dem Olivenhain, also dem schnellen Hirsch aufmerksam zuhört – doch dies muss man nicht nur wollen, sondern sich bewusst sein, dass es möglicherweise keine Antwort gibt.

Sie möchten wissen, über wen ich da die ganze Zeit „rede“? Das wissen Sie wohl mittlerweile und sofern nicht, dann gedulden Sie sich bitte noch einen Moment.

Wenn Sie das von mir zuvor Geschriebene als Lobhudelei für IHN verstehen wollen, dann dürfen Sie das gerne – ich für meinen Teil bin ein großer Fan von diesem alten Mann. Ein Fan von dem, was er bei uns hier seit mehr als zwei Jahren jeden Dienstag hinterlässt, wovon ein Teil davon auch als Taschenbuch erschienen ist.
Am kommenden Dienstag gibt es davon die nunmehr 100. Folge dieser (nicht ganz fiktiven) Persiflage auf Begebenheiten, welche sich tagtäglich in den Managementetagen dieser Welt ereignen. Er legt dabei Sichtweisen sowie die bisweilen bizarre Logik im Denken von Topmanagern frei und entlarvt so veraltete Sichtweisen, Methoden sowie unsinnige Beratungsansätze.

Spätestens jetzt wissen Sie, von wem hier die Rede ist, oder? Noch immer nicht? Na, dann sagen Ihnen vielleicht die nicht ganz frei erfundenen Protagonisten „Dr. h.c. Any Nemo, CEO von WMIA Incorporated, dem wohl erfolgreichsten und größten Unternehmen der Welt!“ und seine „Assistentin Elvira“ etwas.
Nun, wir jedenfalls haben auf der LeanBase für Sie all diese Kurzgeschichten von dem alten Mann aus dem Olivenhain pünktlich zum 100. Jubiläum als Podcast übersichtlich gelistet und somit diese für Sie zum Anhören/Downloaden bereit gestellt.

Lieber Kurt, ich möchte mich bei Dir für all diese Geschichten aus dem echten Leben sehr bedanken. Bitte, bitte mache die 200 voll, den Kasten Bier, den ich an Dich bei unserer Wette verloren habe, habe ich Dir auf dem #LATC2018 – wenn auch unter Schmerzen 😉 – gerne überreicht. Und in den kommenden Tagen bekommst Du Post von #ES!

Wenn Sie noch mehr über den alten Mann aus dem Olivenhain bzw. den schnellen Hirsch lesen und/oder hören wollen, dann schauen Sie doch einfach montags immer mal wieder bei Management Radio vorbei. Natürlich sollten Sie unbedingt das Buch von Kurt mit dem Titel „Management by Farce – Der feine Unterschied zwischen Führung und Eierkochen“ lesen. Und wenn Sie darüber hinaus erfahren wollen, wie dieser „Hirsch tickt“, dann schauen Sie sich einfach das folgende, sehr empfehlenswerte Video an.

Ihr Ralf Volkmer

Über Ralf Volkmer 16 Artikel
Ralf Volkmer ist Lean Manager, Moderator & Coach bei der Learning Factory und beschäftigt sich seit 20 Jahren mit Lean Production. Seine Schwerpunkte liegen hierbei im Aufbau eines ganzheitlichen Lean Managementsystems sowie in der Integration und Entwicklung einer operativen und kontinuierlichen Verbesserungs- & Coaching-KATA in der Produktion und allen produktionsnahen Bereichen. Ein weiterer Fokus seiner beruflichen Tätigkeit ist die Durchführung von Verbesserungsworkshops und Projekten sowie das Coachen von Führungskräften im Veränderungsprozess.
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Lean-Coach und Experte
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