Frechheit siegt

oder „Quo vadis, WMIA?“… Eine ernst gemeinte Persiflage

Diese Interviews begleiten den CEO des weltgrößten Unternehmens, Herrn Dr. Nemo auf seinem Weg, auf dem „Quo vadis?“ und die Antwort auf das „Wohin“ geht in den heutigen Zeiten nicht mehr so eindeutig von den schmalen Lippen des Managements.

Die Geschäftigkeit der Eliten täuscht wohl nicht darüber hinweg, dass eine gewisse Unsicherheit an ihren Stühlen sägt. Nicht, dass ihre Position gefährdet wäre, sondern das, womit sie diese Position ausfüllen.

Das weiß auch der Dr. Nemo …

Elvira ist da außen vor. Schöne Frauen überstehen alle Stürme. Allerdings ist Schönheit nicht alles. Elvira ist klug und diese Eigenschaft ist die eigentliche Schönheit mancher Frauen. Ihre weibliche Klugheit ist ein Messer, das, wenn es im rechten Moment gezückt wird, zwar weh aber sehr wohl guttut und diese Klugheit zeigt sich manchmal in einem Lächeln einer schönen Frau. Klugheit wird allerdings, wenn sie ausgesprochen ist, zur Schwester der Frechheit. Aber das liegt in den Augen des Betrachters.

Der Clown hat ja schon einiges vollführt, er hat Knoten durchschlagen, Forecasts verbrannt. Man könnte meinen, er liefe auf der anderen Seite des Flusses des Lebens, jener betrachtenden Nebenwelt und wirft von dort Worte zwischen die hastigen Beine des Akteurs an den Hebeln der Macht bei WMIA Incorporated, Herrn Dr. h.c. Nemo.

Es ist kurz vor Zwölf in Los Straneros, Mezzogiorno. Der Interviewer ist von Dr. Nemo zum Mittagessen eingeladen.

Die Regel, die unsere frommen Mütter uns einbläuten wie z.B. beim Essen spricht man nicht, gilt natürlich nicht für die Eliten, die ja auch sonst mit vielen Regeln althergebrachten Anstands quer liegen.

Elvira hat gekocht. Ein Rezept ihrer Mama aus Napoli. Sie trägt eine weiße Schürze, deren Anblick angesichts des Zaubers Elviras es verstehen lässt, woher das Wort „Schürzenjäger“ seinen Ursprung nahm.
Zu Tisch im Privatcasino sitzen Dr. Nemo, der Interviewer und eine graue Maus … also im übertragenen Sinne natürlich.

Apropos Frechheiten und Brüche in den Regeln … gleich erscheint der Clown.

„Hi Junkie“, so begrüßt der Clown den CEO von WMIA Incorporated, dem größten Unternehmen der Welt. Der Hörer mag mir meinen Versprecher angesichts dieser Frechheit verzeihen … Die graue Maus am Tisch wird noch blasser als sie schon ist und Elvira kichert.
Dr. Nemo quittiert diese Begrüßung mit der Nonchalance, die eben den Großen dieser Welt zu eigen ist, jedenfalls einigen von ihnen.

Nemo: „Oh, Junkie?

Clown: „Why not?“

Nemo: „Die Worte hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube …“

Anmerkung des Interviewers: Dr. Nemo ist literarisch gut versiert. Dr. Faustus, jener CEO des Geistes wurde von Mephisto seinerzeit davon abgehalten, in seiner Verzweiflung über die Wissenschaft Gift zu trinken. Mephisto bewahrte ihn davor, obgleich dem Faustus der Glaube an die Botschaft fehlte.

Nemo: „Was ist Ihre Botschaft heute?

Elvira servierte … und unterbrach damit den Fluss des Gesprächs. Kleine Jungs und solche, die sich für Große halten … also kleine Jungs sind schnell bestechlich, zum Beispiel mit einer Caponata, dem süßsauren Gemüsegericht aus dem sehr südlichen Teil der Landkarte der Verführung.

Clown: „Das mit dem Junkie meine ich so. Sie sind ein Wissenschafts-Junkie.“

Nemo: „Ein was?

Clown: „Sie sind ein Wissenschafts-Junkie!“

Interviewer: „Das sollten Sie mal erklären.“

Nun muss dieser Begriff nicht näher erklärt werden, er sollte aber auch nicht so einfach stehen bleiben.

Clown: „Sie sind der Wissenschaft verfallen!“

Nemo: „Na ja, verfallen … Na gut, wer ist das nicht?“

Clown: „Ich!“

Nemo: „Woran glauben Sie?“

Clown: „Ich glaube gar nichts.“

Nemo: „Was tun sie denn stattdessen. Ich meine, irgendetwas braucht der Mensch doch, woran er sich hält.“

Das ging noch eine Weile so weiter …

Schließlich kommt man überein, beim nächsten Male den Glauben um das Wissen und die Behauptung des Clowns, dass Nemo in dieser Beziehung wie ein Junkie sei, anhand eines Beispiels zu überprüfen.

Elvira hat inzwischen ihre Schürze abgebunden und begleitet den Interviewer und den Clown zum Fahrstuhl.

Elvira zum Clown: „Scaramouche, Sie stellen die Wissenschaft in Frage!

Clown: „Ja, das ist doch das Wesen der Wissenschaft, auch sich selbst in Frage zu stellen.

Interviewer: „Mmmmh …“

Wie der Clown das meint und wie Dr. Nemo dem zuhört, das erfahren wir … nächsten Dienstag …


 

Das Interview von und mit Kurt August Hermann Steffenhagen hier ebenfalls als Podcast.

Autor: Kurt August Hermann Steffenhagen

Über Kurt August Hermann Steffenhagen 120 Artikel
Der Autor Kurt August Hermann Steffenhagen entlarvt mit unglaublicher Energie, Geistesschärfe und ohne Blatt vor dem Mund veraltete Methoden, Ansichten und Vereinfachungen. Er war über 25 Jahre Berater und Coach im internationalen TopManagement. Sein Thema ist der Paradigmen-wechsel im Denken des Managements. Sein Buch zu diesem Thema mit dem Titel „Management by Farce: Der feine Unterschied zwischen Führung und Eierkochen“ erschien kürzlich im BusinessVillage Verlag.
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Kurt August Hermann Steffenhagen


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Jurist, M&A Coach und Autor

 

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