Ist Industrie 4.0 der Größenwahn im 21. Jahrhundert?

Können Sie sich vorstellen, dass Sie eines Tages einen Anruf  von Ihrer Autowerkstatt (wahlweise einen Nachricht auf der App Ihres Fahrzeugherstellers) erhalten und eine freundliche Stimme Ihnen mitteilt, dass man für Sie einen Zeitfenster reserviert hat, um ein bestimmtes Bauteil ihres Autos auszutauschen?

Möglich wäre dies, wenn ein elektronisch identifizierbares Bauteil Ihres Fahrzeuges die bald eintretende Störung über das Internet an den Fahrzeughersteller meldet. Der Fahrzeughersteller seinerseits leitet diese Information weiter an den Zulieferer, der dieses Teil produziert und Just in Time an die Werkstatt Ihres Vertrauens liefert.
Alles, aber auch wirklich alles, also Prozesse als Daten zu verstehen, darum geht es bei Industrie 4.0, klingt gut und kundenfreundlich.

Doch wenn man darüber nachdenkt, hat dies alles – wie bei der sprichwörtlichen Medaille – zwei Seiten.
So sagt beispielsweise Prof. Dr.-Ing. Andreas Syska von der Hochschule Niederrhein: „Mein Eindruck ist, dass wir derzeit mit Hochdruck und Begeisterung an Systemen arbeiten, die uns (Menschen) eines Tages entmündigen werden.“ Er sieht daher den Menschen künftig als Handlager in einer herbeigebetenen Revolution und glaubt nicht daran, dass man „… ein soziales und sprunghaftes System wie eine Fabrik mittels Algorithmen“ steuern kann.

Letzteres scheint jedoch bei der SEW-EURODRIVE GmbH & Co. KG schon längst die Realität zu sein. Johann Soder, Geschäftsführer Technik bei SEW, sagt beispielsweise: „Wesentliche Elemente der Industrie 4.0 sind dabei, sogenannte Cyber Physical Systems (CPS) – das Konzept, reale Dinge mit Wissen auszustatten und zu vernetzen, um so dezentralere und fluidere Produktionskonzepte zu ermöglichen. Die smarte Produktion der Zukunft kennt – das ist meine Überzeugung – keine Planungs- und Steuerungsebenen mehr. Wir erhalten einen Auftrag, der direkt in die Fertigungszellen weitergeleitet wird.“
Nach einer „schweren Niederlage“ mit CIM (Computer Integrated Manufacturing)  in den 80er Jahren hat die SEW-EURODRIVE GmbH & Co. KG die Smart Factory mit Logistikassistenten, Small Factory Units und Lean-Prinzipien realisiert. Johann Soders Maxime dabei ist: „Im Prinzip geht alles – aber ohne den Werker geht nichts!

Als Gegenentwurf zu den „üblichen“ Veranstaltungen im Kontext zu Industrie 4.0 haben die Veranstalter des V. Symposiums Change to Kaizen – denn Organisationen werden nie besser sein als Ihre Mitarbeiter sowohl die Befürworter als auch die Gegner zum Austausch eingeladen.

Neben Prof. Dr.-Ing. Andreas Syska und Johann Soder werden auch Prof. Dr. Jutta Rump, Leiterin des Instituts für Beschäftigung und Employability IBE, Dr. Winfried Felser, Geschäftsführer der  NetSkill Solution GmbH – Competence Site, Jan Westerbarky, CEO der Westaflex Group und der Wirtschaftspublizist Gunnar Sohn zum Thema Industrie 4.0 vertreten sein.

Dazu erwarten Sie weitere Beiträge aus der Praxis von Dr. Andreas Zeuch, Dr. Mario Buchinger, Jan Bieler der HeidelbergCement AG, Ulrich Hinsen, Gero F. Weber und Holger Illing mit Bruno Moser der SABAG AG.

Sollten Sie sich für diese Veranstaltung interessieren, so können Sie sich unter nachfolgendem Link online anmelden: http://anmeldung.lean-event.de/5-symposium-change-to-kaizen/

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