Lean Management – Mythos oder Success Story?

In ihrer zentralen Rolle sind Führungskräfte sowohl aktiv als auch passiv die Gestalter von organisationaler Veränderung. Lean Management umzusetzen bedeutet, sich intensiv mit dem sozialen Betriebssystem eines Unternehmens, der Kultur, auseinander zu setzen.
Wie kann es Führungskräften angesichts der Mega-Trends gelingen, die verschiedenen Organisationskonzepte und betrieblichen Funktionen gut miteinander zu verzahnen?
Ein Blick in das Drehbuch für den kleinen und großen Wandel …

KVP als Einstieg in leanes Denken

Viele Büroangestellte haben nie eine Fabrikhalle von innen gesehen. Auf die Sekunde von einer Sirene getaktete Pausen, Akkordarbeit und schmerzende Hände kennen sie, wenn überhaupt, aus Erzählungen oder dem Fernsehen. Bis zu meinem Abitur jobbte ich in den Sommerferien immer wieder mal in mittelständischen Unternehmen. Wenn ich eine Minute nach 7.00 Uhr morgens am Werkstor ankam, zeigte die Stechkarte meinen Arbeitsbeginn rot an, nach der Schicht empfing mich draußen endlich die Sonne. Ich erinnere mich noch gut an diese Wochen, in denen ich mit einem speziellen Messer Kühlergrille entgratete, Motorradhelme zum Lackieren abklebte, Schanktischanlagen montierte und an einer großen Maschine Werbedisplays ausstanzte. Einmal plagten mich tagelang entzündete Schleimhäute, weil ich ohne Mundschutz mit einem Lösungsmittel gearbeitet hatte. Die Tage in der schwülen Werkshalle vergingen quälend langsam.
Ich fragte mich, wie die Arbeiter – vor allem die Frauen – diese Tortur bis zur Rente durchhielten. Für mich war das Ende absehbar. Ich war motiviert, wollte mit den anderen mithalten und versuchte, meine Arbeit so gut wie möglich zu machen. Die Frauen gingen kameradschaftlich mit mir um und ich gehörte bald dazu. Ich lernte, dass „schnell sein“ mehr Geld brachte, weil nach Akkord bezahlt wurde. Eine von ihnen erklärte mir eines Tages, dass man, wenn der Typ mit der Stoppuhr in der Halle unterwegs war, weder zu viele Teile schaffen durfte, noch so langsam sein sollte, dass es auffiel. Ich würde ihnen sonst den Akkord kaputt machen. Von ISO-Zertifizierung, Produktionssystemen, Lean Management, KVP und KAIZEN wusste damals noch keiner etwas.

Als ich das erste Mal mit Kontinuierlicher Verbesserung, einer der Grundideen des Lean Managements, in Berührung kam, hatte ich acht Jahre Berufstätigkeit hinter mir. Was ich mit KVP erlebte, stellte meine bisherigen Erfahrungen in einer Verwaltung auf den Kopf. Ich saß als Externe in meinem ersten Workshop und konnte völlig frei, sozusagen „unternehmerisch“ denken, Vorschläge und Ideen wurden ernstgenommen und diskutiert. Und sie wurden sofort entschieden und in Angriff genommen, nicht erst auf Eis oder in die Schublade gelegt. […]

⇒ Lesen Sie hier den gesamten Artikel „Lean Management – Mythos oder Success Story“ von Christine Gebler

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Autorin: Christine Gebler, Business Coach | Stellraum®

 

Christine Gebler (Dipl.-Verwaltungswirtin (FH)) ist nebenberufliche Trainerin, Beraterin und Moderatorin für die Themen Qualitätsmanagement, Lean Management und Projektmanagement.
Seit 2011 leitet sie systemische Aufstellungen. Von 1996 bis 2014 war sie verantwortlich für die Einführung und Koordination des Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses der Stadtverwaltung Mannheim (priMA – Prozessverbesserung in Mannheim).

Unter anderem war sie von 2013 – 2016 Mitglied des Beirats für Kontinuierliche Verbesserung bei der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg und Gründungsmitglied der Peter-Drucker-Society Mannheim e.V.  Mehr erfahren Sie unter www.stellraum.de.

 


 

Weitere Beiträge von Top-Experten für neue Arbeit und Kompetenzmanagement sowie von Top-Experten der LeanCommunity finden Sie in unserer Publikation „25 Jahre Lean … und alles ist gut?“, welche im BoD Buchshop sowie bei amazon als Paperback und eBook erhältlich ist.

 

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