Umfrage zu „Wie steht es um Selbstorganisation in deutschen Unternehmen?“

Online Realität

Agilität: 2,99 Millionen in 0,4 Sekunden
New Work: 39,3 Millionen/0,7 Sekunden
Neue Arbeit: 0,6 Millionen/0,5
Partizipation: 3,27 Millionen/0,4
Selbstorganisation: 1,48 Millionen/0,4

Es dürfte nicht allzu übertrieben sein, wenn wir von einem New Work Hype sprechen. Eine Google Anfrage zu dem Begriff am 16.01.2019 ergab in 0,42 Sekunden knapp 40 Millionen  Treffer. Und selbst der deutsche Begriff Neue Arbeit, der vermutlich vorwiegend im deutschsprachigen Raum D-A-CH verwendet werden dürfte, führte immer noch zu knapp 600.000 Ergebnissen.

Weitere, artverwandte Begriffe führen dabei auch nicht gerade ein Mauerblümchendasein. Überraschend war lediglich, dass der viel ältere Begriff der Selbstorganisation nur einen verschwindenden Bruchteil der New Work Suchergebnisse ausmacht. In Summe reden wir hier über knapp 48 Millionen Suchergebnisse in rund einer halben Sekunde. Sind wir also mitten in einem gewaltigen Umbruch der Arbeitswelt hin zu Agilität, Selbstorganisation, New Work und wie auch immer wir das Kind taufen? Es wirkt fast so, als ob jedes zweite deutsche Unternehmen in einer Transformation stecken müsste …

Offline Realität

… was wir allerdings nicht im Geringsten glauben. Uns scheint das Ganze vielmehr eine gigantische Blase zu sein. Oder, wie ich es mal vor einer Weile formulierte: Ein medialer Scheinriese, der immer kleiner wird, je näher er kommt, je genauer man hinsieht. In diesem Fall dann noch trefflicher gesagt ein Suchmaschinen-Scheinriese. Einer, der uns eine Welt suggeriert, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Oder doch?

Also stellt sich uns die Frage: Wie steht es eigentlich um den Grad an Selbstorganisation in deutschen Unternehmen? Denn so wie wir das sehen, sind die meisten Firmen immer noch ganz normal organisiert und strukturiert hinsichtlich der Aufbau- und Ablauforganisation. Wir vermuten bei weit über 90% die übliche hierarchische Linienorganisation weit weg von exotisch anmutenden soziokratischen Gebilden oder noch viel hipperen Holacracy Vertretern. Und auch nur alternative Entscheidungsinstrumente in althergebrachten Linienorganisationen muss man, so vermuten wir, wie die Nadel im Heuhaufen suchen.

Vielleicht würden wir den konsultativen Einzelentscheid öfter in der Wirklichkeit antreffen, also ein Vorgehen, in dem die Führungskraft (oder allgemeiner: die Entscheider*innen) erst einmal die Meinung des eigenen Teams oder der eigenen Abteilung einholen, bevor sie dann alleine entscheiden – im Zweifel auch gegen die mehrheitliche Meinung. Mehr aber wohl kaum. Wir können uns nicht vorstellen, dass mehr als ein verschwindend geringer Prozentsatz mit einem deutlich partizipativeren Entscheidungsinstrument wie dem Konsent arbeitet, also einen Vorschlag nur dann nicht anzunehmen, wenn er eine schwerwiegende Bedrohung für das Unternehmen darstellt und deshalb zu einem schwerwiegenden Einwand bei einer oder mehreren Personen im kollektiven Entscheiderkreis führt.

Herr Ober, etwas Empirie bitte!

Nun könnten wir lange weiter grübeln, diskutieren, streiten, was auch immer. Rauskommen würde dabei eines mit Sicherheit nicht: Belastbare Ergebnisse. Deshalb haben wir von priomy uns entschieden, eine kleine, erste, bescheidene Umfrage zu starten: Den priomy CultureCheck mit einer schriftlichen Selbstauskunft.

Damit fragen wir bestimmte Kategorien der Selbstorganisation und Agilität ab, die wir aus unserer Erfahrung für relevant halten:

  • Aufbauorganisation: Organisationsmodell
  • Ablauforganisation
    • Entscheidungsmethoden
    • Projektmanagement
    • Arbeitszeitmodelle
    • Recruiting
  • Gehalt
    • Gehaltssystem
    • Transparenz
  • Erfolgsbeteiligung
  • Organisationales Lernen

Damit das Ganze überschaubar und in einer halbwegs angemessenen Zeit leistbar ist (was immer das individuell heißen mag), haben wir uns auf diese fünf Hauptkategorien beschränkt. Damit ist die Umfrage in ca. acht bis neun Minuten zu leisten.

Und nun die Gretchenfrage: Bist Du dabei? Wenn ja, bitte hier entlang, und jeder nur einmal teilnehmen! https://www.surveymonkey.de/r/priomyCC

Andreas Zeuch

Über Dr. Andreas Zeuch 5 Artikel
Dr. Andreas Zeuch begleitet seit 2003 als unabhängiger und freiberuflicher Berater, Trainer und Redner Organisationen auf dem Weg zu mehr Mit- und Selbstbestimmung sowie einer effektiveren Entscheidungskultur. Seine Kunden kommen vorwiegend aus dem Mittelstand unterschiedlichster Branchen. Zeuch hat im Bereich Organisationsentwicklung seit 2007 drei Bücher über die Themen Nichtwissen im Management (2007), Professionelle Intuition (2010) und Unternehmensdemokratie (2015) veröffentlicht, zahlreiche Print- und Online-Artikel sowie Blogbeiträge geschrieben.
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