Band 1: „Interview mit Dr. h.c. Any Nemo“

Vorab-Rezension von Anton J.V. Seidl zu dem Buch
Interview mit Dr. h.c. Any Nemo

Eigentlich sind alle Schriften und Podcasts von Herrn Kurt August Hermann Steffenhagen lesens- und hörenswert. Dem Talent seiner spitzen Feder entspringen stets äußerst interessante Geschichten, die nie Langeweile implizieren und auch zum Nachdenken (dem Denken zweiter Ordnung) anregen, weshalb man seine Werke – im übertragenen Sinne – vielleicht sogar mit den Bildnissen eines Hieronymus Bosch (El Bosco) assoziieren könnte.

Steffenhagens „Interview mit Dr. h.c. Any Nemo“ ist eine Reihe höchst unterhaltsamer Kurzgeschichten über eine Reportage, wobei ein namenloser Interviewer, die „verzaubernde“ Assistentin Elvira und der CEO von „WMIA Incorporated“, Dr. h.c. Any Nemo („god himself“), die Protagonisten repräsentieren.

Das Skript wirkt fast elektromagnetisch und zieht einen regelrecht hinein, in diese „geschäftigste“ aller Welten, die – und das merkt man – von vielen anekdotischen Erfahrungen des Autors geprägt wird. Sie zeigen sehr anschaulich, wie man „wirren Ideen“ mit geschickten Fragen begegnet und diese auch entlarven kann.

Fiktiv sind nur die Namen dieser Persiflage und Steffenhagen erwischt sie alle, die Töne auf diesem Klavier, wobei das komplette Intervall von trivialer Normalität zu exponentieller Absurdität bedient wird.

Der beißende, „schwarz-gallige“ Humor dieser Kurzgeschichten erinnerte mich spontan an Roald Dahl und einige dürften die Serie wohl auch als eine lockere Form von Satire begreifen. Stattdessen dürfte es sich eher um eine Art von „Tragik-Komödie“ handeln, wobei es das ungeschriebene Wort des Autors ist, dass den Dolch in das Fleisch – oder sagen wir besser das Fett – vieler Verantwortungsträger gleiten lässt.

Die sublime Beobachtungsgabe des Autors kommt stets an die Oberfläche und Steffenhagens „Spott“ trifft. Er ist eine „Warnung“ an all diejenigen, die zwar hoffnungsvoll talentiert in Führungspositionen geraten, mit dem zeitlichen Verlauf allerdings in eine absolut sinnbefreite Degeneration abdriften und dabei jeglichen Bezug zu ihren Organisationen verlieren.

Das Werk ist absolut lesenswert, immer eine „fette“ Empfehlung wert und sogar großartig, falls man bereit ist, zwischen den Zeilen zu lesen. Im deutschen Sprachraum dürfte Steffenhagen und seine Kreativität wohl ziemlich einzigartig sein.

Anton J.V. Seidl, ajv Bintelligence Services


 

Der erste Band von „Interview mit Dr. h.c. Any Nemo“ des Autors Kurt August Hermann Steffenhagen enthält ein Vorwort von Franz-Peter Staudt, welches wir Ihnen hier nicht vorenthalten möchten.


 

Vorwort

Die Interviews mit Dr. h.c. Any Nemo zeichnen ein aktuelles Sittengemälde, welches an den Spitzen internationaler Konzerne herrscht. Steffenhagens Alter Ego schafft es die richtigen Fragen zu stellen, um die Gedanken und Sichtweisen des Topmanagers, wie beim Schälen einer Zwiebel, Schale um Schale freizulegen. So ist es sehr einfach möglich, die zuweilen bizarre Logik in ihrem Denken nachzuvollziehen. Nach jeder Episode ist man hin und hergerissen zwischen dem schon einmal Erlebten und einer neuen, erhellenden Erkenntnis. Aktuelle Nachrichten aus Politik und Wirtschaft erinnern einen sofort an die Gesprächserlebnisse zwischen Dr. Nemo und seinem Interviewpartner. Damit ist dies die Pflichtlektüre für alle, die hinter die Kulissen der Parallelwelten der Entscheider in Unternehmen und der Gesellschaft schauen wollen.

Dieses Buch ist näher an der Realität, als einem lieb ist. Und oft stellt man sich die Frage, ist es wirklich eine ernst gemeinte Persiflage oder sind es wirklich geführte Interviews. Man kann sich letztendlich nie ganz sicher sein. Was im ersten Moment als Übertreibungen daherkommen, entpuppt sich beim zweiten hinschauen, als sehr real. Kurt August Hermann Steffenhagen hält uns allen einen Spiegel vor. Mit seinen Worten und der  Kombination von Personen, Orten und Aktionen zeichnet er witzige, irrationale und oft schmerzhafte Bilder. Sie  bleiben im Kopf, beschäftigt einen sehr lange und helfen das eigene Verhalten zu reflektieren. Ohne den moralischen Zeigefinger zu heben, fordert er uns ganz subtil, still und leise auf, selbst zu denken. Ob Motivation, Führung, Organisation, Werte, Kreativität, es bleibt kein Thema ausgespart. Dabei ist er klug genug, uns keine Best Practices oder  Managementlösungen vorzuschlagen. Die Lebens- und Berufserfahrung als langjähriger Berater und Coach im internationalen TopManagement  bewahrt ihn davor.

Kurt August Hermann Steffenhagen entlarvt für uns auf unterhaltsame Weise die veralteten Sichtweisen, Methoden und unsinnigen Beratungsansätze, die in einer komplexen Arbeitswelt nichts mehr zu suchen haben. Aber Vorsicht, seine messerscharfe Sprache schneidet tief ins Hirn und hinterlässt nachhaltige Spuren. Aber genau deshalb ist dieses Buch eines der wichtigsten und gelungensten Managementbücher der letzten Jahre.

Franz-Peter Staudt, R & S The Competence House GmbH


 

Der Autor Kurt August Hermann Steffenhagen entlarvt mit unglaublicher Energie, Geistesschärfe und ohne Blatt vor dem Mund veraltete Methoden, Ansichten und Vereinfachungen. Er war über 25 Jahre Berater und Coach im internationalen TopManagement. Sein Thema ist der Paradigmenwechsel im Denken des Managements. Zur Buchbestellung
Ein weiteres Buch zu diesem Thema mit dem Titel „Management by Farce: Der feine Unterschied zwischen Führung und Eierkochen“ erschien ebenfalls kürzlich im BusinessVillage Verlag.

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